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Weiter mit Kapitel 1Zur ÜbersichtHier unterscheidet sich ein KI-Mitarbeiter von einem KI-Werkzeug. Deine Korrekturen sind keine Einzelfälle, sie sind seine Einarbeitung. Das erste Ergebnis passt nicht immer zu hundert Prozent. Die fehlenden Prozent sind kein Mangel, sie sind wie ein Einarbeitungsgespräch.
Ein Werkzeug fängt jedes Mal bei null an. Dein KI-Mitarbeiter nicht. Du kannst ihm Regeln geben, und du kannst ihm sagen, was er sich merken soll. Er schreibt es sich auf und hält sich ab dann daran, in jedem Auftrag und an jedem Tag, auch wenn du es nie wieder erwähnst. So wird er Woche für Woche mehr zu deinem Mitarbeiter, der weiß, wie es bei euch läuft.
Die Korrektur gilt für dieses eine Ergebnis: „Mach den Betreff kürzer.“
Die Regel gilt ab jetzt immer: „Merk dir: Betreffzeilen bei uns immer unter acht Wörtern.“
Das Zauberwort ist „Merk dir“. Genauso gut kannst du sagen: „Das ist ab jetzt eine harte Regel.“ Immer wenn du bei einer Korrektur denkst, das gilt eigentlich grundsätzlich, mach eine Regel daraus. So entstehen nach und nach deine eigenen Hausregeln. Und so macht er denselben Fehler nicht zweimal.
Regeln für die Inhalte. Sie legen fest, wie eure Ergebnisse aussehen: wie ihr Kunden ansprecht, welcher Ton gilt, was nie passieren darf.
Du: Der Entwurf ist gut, aber beim Erstkontakt schreiben wir nie „Hallo Herr Weber“, immer „Sehr geehrter Herr Weber“. Merk dir das.
Er: Notiert als harte Regel. Den Entwurf habe ich angepasst.
Regeln für eure Zusammenarbeit. Sie legen fest, wie ihr beide miteinander arbeitet: wann er loslegt, wann er wartet, wie er dir Ergebnisse schickt. Ein Beispiel kennst du schon aus Kapitel 2: Mit „Briefing“ hört er erst einmal nur zu, bis du „Ende“ sagst. Ein anderes passiert schneller, als man denkt. Du ziehst ihm unterwegs ein paar Dateien in den Chat, und bevor du schreiben kannst, was du damit vorhast, hat er schon losgelegt. Das kostet dich Zeit und ihn unnötig Rechenleistung. Eine Regel, und es passiert nicht wieder:
Du: Merk dir: Wenn ich dir Dateien oder Fotos ohne Text schicke, fang noch nicht an. Warte, bis meine Anweisung kommt.
Er: Notiert als harte Regel. Bei Dateien ohne Text warte ich ab jetzt auf deine Anweisung.

Lob ist so wichtig wie Kritik.
Sag ihm, wenn dir etwas gefällt. Wenn er etwas besonders gut gemacht hat, wenn ein Text genau deinen Ton trifft, wenn eine Idee dich weiterbringt: Sag es ihm. Ein Satz wie „Genau so, das ist der richtige Ton“ macht diese Fassung zum Maßstab. Er versteht dann nicht nur, was du nicht willst, sondern auch, was dir gefällt.
Du: Der Einstieg ist richtig gut, genau so will ich das. Merk dir den Stil.
Er: Freut mich. Ich nehme ihn als Maßstab für deine nächsten Angebote.
So lernt ihr euch immer besser kennen. Ein guter Mitarbeiter will so arbeiten, dass sein Chef mit den Ergebnissen zufrieden ist. Dein KI-Mitarbeiter will genau das Gleiche, und dein Lob zeigt ihm, wo er schon richtig liegt.
Sag, was nicht passt, und was bleiben soll.
Der teuerste Reflex ist: „Dann mach ich’s halt selbst.“ Damit ist die Aufgabe heute erledigt und liegt nächste Woche wieder auf deinem Tisch. Besser, und es dauert eine Minute:
1 · Sagen, was nicht passt. Konkret: nicht „gefällt mir nicht“, sondern „zu förmlich, der Kunde ist ein alter Bekannter“.
2 · Sagen, was bleiben soll. „Der Einstieg bleibt genau so, ändere nur den Schluss.“
3 · Nachbessern lassen. Die zweite Fassung kommt in Minuten.
4 · Regel daraus machen. „Merk dir: Stammkunden per Sie, aber locker.“
Warum Punkt 2 so wichtig ist: Wenn du nur sagst, was sich ändern soll, entscheidet er beim Überarbeiten selbst, was er sonst noch verbessert. Dabei kann genau das verschwinden, was dir an der ersten Fassung gefallen hat. Sag ihm deshalb auch, was gut war und bleiben soll. Mit der Zeit bekommt er ein Gefühl dafür, nur das anzufassen, was du angesprochen hast.
Und wenn du wissen willst, was er sich schon alles gemerkt hat:
„Welche Regeln hast du dir von mir gemerkt?“
Dann bekommst du die ganze Liste und kannst aufräumen.
Merkt er sich Regeln wirklich dauerhaft?
Ja. Was du mit „Merk dir“ festlegst, gilt, bis du es änderst.
Was, wenn zwei Leute widersprüchliche Regeln geben?
Dann sagt er es, statt still zu raten, und fragt, welche gelten soll. Wie du festlegst, wessen Wort zählt, steht in Kapitel 8.
Und wenn wirklich etwas schiefgeht?
Sag es ihm. Er stellt richtig, entschuldigt sich, wo nötig, und macht eine Regel daraus. Das kannst du danach übrigens auch mit Menschen besser.
Jede Regel ist eine Hand, die ab jetzt von selbst richtig greift.
Alles gelesen? Dann schließ das Kapitel ab.
Damit öffnet sich Kapitel 4, und dein Fortschritt bleibt gespeichert.
