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Weiter mit Kapitel 1Zur ÜbersichtDas Herzstück der Academy. Dein KI-Mitarbeiter ist kein Suchfeld wie bei Google und kein Eingabefeld wie bei ChatGPT, in das du ein paar Stichworte tippst. Er ist ein Mitarbeiter, der verstehen will, was du erreichen willst. Deshalb sag ihm immer das Ziel, nicht den Weg. Wie man ein Angebot baut oder eine Recherche anlegt, ist sein Handwerk.
Ein guter Auftrag hat drei Bestandteile:
Ziel. Was soll am Ende da sein, und wofür? Ein Text, der verkaufen soll, klingt anders als einer, der informiert.
Kontext. Was muss er wissen? Für wen ist es, worum geht es, worauf kann er aufbauen? Der schnellste Kontext ist ein Beispiel: „wie beim Projekt Weber“, „im Stil unserer Website“.
Rahmen. Deine Leitplanken. Bis wann, wie lang, welcher Ton, welche Ansprache, was darf auf keinen Fall passieren? „Förmlich, wir kennen uns nicht.“ „Ohne Preise.“ „Höchstens eine halbe Seite.“

Gib ihm das Bild, das du im Kopf hast. Stell dir vor, du gibst einem neuen Kollegen einen Auftrag. Je besser er versteht, worum es dir geht, desto näher kommt sein erster Entwurf an das heran, was du dir vorstellst. Bei deinem KI-Mitarbeiter ist es genauso. Können tut er fast alles. Was ihm fehlt, ist das Bild in deinem Kopf, und das bekommt er nur von dir.
Sag ihm deshalb lieber einen Satz zu viel als einen zu wenig. Wofür brauchst du das Ergebnis, und was soll es bewirken? Wo soll er sich die Inhalte holen: aus deinem Ordner, von deiner Website, aus einem früheren Angebot? Was soll er dazu noch recherchieren? Wie soll es am Ende aussehen: mit Zahlen und Diagrammen, mit Bildern, knapp oder ausführlich? Gibt es ein Vorbild, an dem er sich gestalterisch orientieren kann, zum Beispiel deine Website oder eine Broschüre, die dir gefällt? Jeder dieser Sätze kostet dich ein paar Sekunden und erspart dir eine Runde Nacharbeit.
Statt: „angebot pdf“
Besser: „Frau Sommer will ein Angebot für die Badsanierung, die wir Dienstag besichtigt haben. Meine Notizen liegen im Ordner Besichtigungen. Kalkulier wie beim Projekt Weber, aber mit 10 Prozent Aufschlag für Premium-Armaturen. Bis morgen Mittag.“
Er: Verstanden. Entwurf kommt in etwa 30 Minuten zur Freigabe.
Statt: „mach eine präsentation für die bank“
Besser: „Ich brauche bis Donnerstag eine Präsentation für unser Gespräch mit der Hausbank, höchstens zehn Folien. Ziel: Wir wollen den Kredit für die neue Halle. Unsere Zahlen findest du in der Auswertung im Ordner Finanzen, ergänz aktuelle Marktzahlen zum Handwerk in unserer Region. Lieber Diagramme als Tabellen. Seriös, keine Werbesprache. Ich habe dir gerade eine Präsentation in den Chat geschickt, die mir optisch extrem gut gefällt. Orientiere dich an ihrem Look and Feel, ihrem Stil und ihrem Aufbau.“
Er: Verstanden. Ich schicke dir zuerst die Gliederung, danach baue ich die Folien.
Gib ihm Vorbilder. Du kannst ihm jederzeit etwas zeigen, das dir gefällt: eine fertige Präsentation, eine App, eine Website, einen Flyer, eine Mail. Dazu ein Satz: „Bau mir das in diesem Stil.“ Ein gutes Vorbild sagt ihm mehr als jede lange Beschreibung.
Enttäuscht dich ein Ergebnis, fehlt fast immer einer der drei Bestandteile, meistens der Kontext. Dann ergänz ihn einfach in der nächsten Nachricht. Er baut sofort darauf auf.
Fünf Arbeitsweisen holen noch mehr aus ihm heraus. Sie klingen klein. In unserem eigenen Alltag haben sie am meisten verändert.
1 · Aus dem Auto arbeiten.
Eine Sprachnachricht ist fast immer der bessere Auftrag. Beim Sprechen lieferst du ganz von selbst den Kontext mit, den du beim Tippen weglassen würdest. Du musst dabei nichts ordnen: Denk laut, spring zwischen Themen, korrigier dich mittendrin. Er sortiert das für dich.
Du: Sprachnachricht, knapp zwei Minuten, unterwegs, drei Themen durcheinander.
Er: Das waren drei Aufträge: Angebot Sommer überarbeiten, Herrn Krause freundlich absagen, Einladung zum Kundenabend entwerfen. Ich fange mit dem Angebot an, das ist am dringendsten.
So wird Totzeit zu Arbeitszeit: die Fahrt zum Termin, der Weg über die Baustelle, die zehn Minuten vor dem nächsten Gespräch. Bis du wieder am Schreibtisch sitzt, liegt oft schon der erste Entwurf da.

2 · Die Nacht arbeitet für dich.
Er schläft nicht, er kennt keinen Feierabend und kein Wochenende. Jede Nacht, in der er nichts zu tun hat, ist verschenkte Arbeitszeit. Gewöhn dir deshalb an, ihm abends die großen Aufgaben mitzugeben: Recherchen, Listen, Auswertungen, erste Entwürfe. Alles, was viel Suchen, Lesen, Vergleichen und Sortieren braucht. Morgens liegt das Ergebnis da, und du startest mit einem Vorsprung in den Tag.

Du, 22:10 Uhr: Recherchier bis morgen früh die fünf wichtigsten Wettbewerber in unserer Region, mit Preisen und Bewertungen.
Er, 6:45 Uhr: Fertig, die Übersicht liegt in deinem Ordner. Auffällig: Zwei haben ihre Preise gerade erhöht.
Du, 21:40 Uhr: Such mir bis morgen früh mögliche Vertriebspartner: Leute aus dem Finanzvertrieb im deutschsprachigen Raum, die eine eigene Community haben. Schau dafür auf Webseiten, bei LinkedIn und Instagram. Leg alles in eine Excel-Tabelle mit Name, Firma, Telefon, E-Mail und Website. Und sortier sie in drei Gruppen: A passt sehr gut, B passt, C vielleicht.
Er, 6:30 Uhr: Die Tabelle liegt in deinem Ordner: 186 Kontakte, davon 31 in Gruppe A. Bei 40 fehlt noch die Telefonnummer, die habe ich markiert. Soll ich für Gruppe A eine erste Kontaktmail entwerfen?
3 · Das Briefing: erst alles zeigen, dann arbeiten lassen.
Diese Arbeitsweise ist eine der wichtigsten überhaupt. Wer sie beherrscht, holt die besten Ergebnisse aus ihm heraus.
Warum? Manche Aufgaben passen nicht in eine Nachricht. Du willst ihm Fotos zeigen, Dateien geben, ein paar Sprachnachrichten dazu sprechen und zu jedem Teil sagen, wofür er ist und was er damit machen soll.
Er hört erst einmal nur zu. Wenn du fertig bist, schaut er sich alles gemeinsam an: Er bringt die Teile miteinander in Verbindung, wertet sie aus und erkennt, was zusammengehört und was sich widerspricht. Erst dann kommt er mit einem Plan. So arbeitet er nicht an Bruchstücken, sondern am ganzen Bild. Und die Qualität seiner Ergebnisse steigt deutlich.
So geht’s. „Briefing“, „Ende“ und „Stopp“ sind Befehle. Du schreibst sie einfach als eigene Nachricht in den Chat.
1 · Schreib „Briefing“ zum Start. Damit kündigst du an, dass jetzt etwas kommt. Er sammelt alles und arbeitet noch nicht los. Sag gern dazu, wie viele Nachrichten kommen, dann merkt er, wenn eine fehlt.
2 · Dann liefere alle Bestandteile, jeden mit seiner Erklärung. Fotos, Dateien, Sprachnachrichten, in beliebiger Reihenfolge. Zu jedem Teil sagst du kurz, was es ist und was er damit machen soll.
3 · Schreib „Ende“ zum Schluss. Sag ihm, was du geschickt hast, und frag, ob alles angekommen ist. Dann schaut er sich alles zusammen an, sagt dir, wie er den Auftrag verstanden hat, legt dir seinen Plan vor und stellt höchstens drei Rückfragen. Erst danach legt er los.
Du kannst jederzeit „Stopp“ schreiben, falls er zu früh mit der Arbeit startet oder in die falsche Richtung läuft. Dann hält er sofort an, und du kannst nachbessern.

Du: Briefing. Es geht um unseren neuen Messestand im Frühjahr. Es kommen vier Nachrichten.
Du: Foto vom alten Stand: „So sah er letztes Jahr aus. Zu eng, kein Platz für Gespräche.“
Du: PDF: „Die Vorgaben der Messe. Achte auf Höhe und Brandschutz.“
Du: Sprachnachricht (2 Min.): was der neue Stand zeigen soll.
Du: Foto vom Stand eines Mitbewerbers: „Die offene Ecke gefällt mir.“
Du: Ende. Das waren zwei Fotos, ein PDF und eine Sprachnachricht. Ist alles angekommen?
Er: Ja, alles da: zwei Fotos, das PDF und deine Sprachnachricht, 2 Minuten, vollständig in Text umgewandelt. So habe ich dich verstanden: ein offener Stand wie beim Mitbewerber, mit einer ruhigen Ecke für Gespräche, in der Höhe, die die Messe erlaubt. Dabei ist mir aufgefallen: Euer altes Banner ist höher, als die Vorgaben zulassen. Mein Plan: erst drei Skizzen, dann eine Kostenaufstellung. Zwei Fragen vorab: Wie hoch ist das Budget? Und soll ich ein neues Banner einplanen?
Wann lohnt sich ein Briefing? Immer, wenn eine Aufgabe komplex ist: wenn du mehr erklären musst, wenn mehrere Dokumente zusammenkommen oder wenn einzelne Teile ihre eigene Erklärung brauchen. Ein Angebot mit Fotos vom Kunden, eine Kampagne, eine Präsentation, ein neuer Messestand. Für „Antworte Herrn Weber, dass Donnerstag passt“ brauchst du keins.
Erst abgleichen, dann arbeiten lassen. Das ist bei jedem großen Briefing der wichtigste Handgriff. Unterwegs kann eine Nachricht verloren gehen: Sie kommt nie bei ihm an, eine lange Sprachnachricht kommt nur zum Teil an, oder bei ihm lief zwischendurch ein Neustart und er hat sie danach nicht mehr gelesen. Das Tückische daran: Du merkst es nicht. Du gehst selbstverständlich davon aus, dass er alles hat. Und er arbeitet mit dem, was bei ihm angekommen ist, ohne zu wissen, dass etwas fehlt.
Darum gleichst du nach „Ende“ einmal ab, am besten mit der Anzahl:
„Ich habe dir zwölf Sprachnachrichten, drei Bilder und zwei Dateien geschickt. Ist alles bei dir angekommen?“
Fehlt etwas, schickst du nur das fehlende Teil noch einmal. Bei langen Sprachnachrichten fragst du auch einzeln nach:
„Ist meine Sprachnachricht komplett bei dir angekommen und vollständig in Text umgewandelt? Hast du alles zur Kenntnis genommen? Sag mir, wie lang sie bei dir ist und mit welchem Satz sie endet.“
Passen Länge und letzter Satz, hat er alles. Zehn Sekunden, und du weißt sicher, dass er mit allem arbeitet, was du ihm gegeben hast.
4 · Erst das Konzept, dann die Umsetzung.
Willst du ihn erst einmal kennenlernen, dann lass ihn einfach machen. Gib ihm einen Auftrag und schau, wie er ihn angeht. So lernst du am schnellsten, wie er arbeitet, und oft überrascht er dich.
Bei größeren Vorhaben lohnt sich ein anderer Weg: erst ein kurzes Brainstorming, dann die Umsetzung. Denn jede Arbeit kostet Zeit und Rechenleistung. Baut er eine Stunde lang los und ihr merkt erst danach, dass du dir etwas anderes vorgestellt hast, ist beides weg. Erklärt er dir vorher, wie er an die Sache herangehen würde, siehst du in zwei Minuten, ob ihr in dieselbe Richtung denkt. Und oft bringt er dabei Ideen mit, an die du selbst noch nicht gedacht hast.
„Bevor du mit der Umsetzung loslegst, lass uns erst ein kurzes Brainstorming machen. Wie würdest du an dieses Thema herangehen? Wie würdest du es aufbauen? Was wäre dein Vorgehen? Besprich das erst mit mir, dann gehen wir in die Umsetzung.“
Er stellt dir sein Konzept vor. Du sagst, was dir gefällt und was du anders willst. Erst dann legt er los, mit einem Plan, den ihr gemeinsam gemacht habt. Nach einem Briefing macht er das von selbst. Bei jedem anderen größeren Auftrag sagst du es ihm einfach dazu. Zwei Minuten Plan-Lesen ersparen eine Stunde Umbau.
5 · Rückfragen sind ein gutes Zeichen.
Er fragt lieber einmal, als zweimal falsch zu arbeiten. Eine Rückfrage heißt nicht, dass er nicht weiterweiß. Sie heißt, dass er es richtig machen will. Antworte kurz. Auch „Entscheide du“ ist eine Antwort, dann sagt er dir, was er angenommen hat. Fragt er dir zu viel oder zu wenig, sag es ihm: „Bei Kundenthemen frag lieber einmal mehr. Bei Routine entscheide selbst.“
„Ich brauche: [was am Ende da sein soll und wofür]. Hintergrund: [für wen, worum es geht, wo du Inhalte und Vorbilder findest]. Wichtig: [bis wann, wie lang, welcher Ton, was nicht passieren darf]. Sag mir erst kurz, wie du vorgehst.“
Muss ich jedes Mal einen Roman schreiben?
Nein. „Antworte Herrn Weber, dass Donnerstag passt“ ist ein vollständiger Auftrag. Die drei Bestandteile brauchst du, wenn das Ergebnis Spielraum hat: Texte, Angebote, Recherchen, Gestaltung.
Versteht er Dialekt, Tippfehler und halbe Sätze?
Ja. Du musst dich nicht an ihn anpassen. Er passt sich an dich an.
Kann ich mehrere Aufträge auf einmal geben?
Ja. Er trennt sie, sagt dir, was er verstanden hat, und fängt mit dem Dringendsten an.
Er hat schon losgelegt, bevor ich fertig war. Was jetzt?
Sag „Stopp“ und schick den Rest hinterher. Beim nächsten großen Auftrag fängst du mit „Briefing“ an, dann wartet er von selbst.
Jeder klare Auftrag holt eine Hand aus der Tasche.
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